|
Über die Gestaltungstheorie von Stefan Lindl Nackt, Blendend, Entsprechend - “Gestalten des Gestaltens" erschienen im Passagen Verlag Wien 2005-2008 Einfalt der Vielfalt Mit ihren unterschiedlichen, einzigartig-vielfältigen Oberflächen scheint die wahrnehmbare Welt unüberschaubar komplex zu sein. Die Digitale Revolution hat die Komplexität der ohnehin schillerend-überfrachteten Welt mit einem weiteren Überreichtum der Informationen potenziert. Alles scheint unvereinbar, einzigartig und voll strotzender Differenz. Und doch vermeint der Alltagsverstand in diesen Unterschiedlichkeiten und Einzigartigkeiten der Oberflächen auch Parallelen und Analogien zu “spüren" oder zu “ahnen". Ließe sich dieses Empfinden und Ahnen der vermeintlichen Analogien auch rational bestätigen? Wenn sie sich bestätigen ließen, wären sie dann nicht ein Schlüssel zur überkomplexen Welt der Oberflächen? Das heißt, würde diese unvergleichliche Welt der Vielfalt nicht grundsätzlich vergleichbar werden? Dreifalt der Einfalt In der Trilogie “Gestalten des Gestaltens" versucht Stefan Lindl, Antworten auf diese Fragen zu geben. Lindl legt drei universelle Analogien als grundlegende Prinzipien des Gestaltens frei: Nackt, Blendend, Entsprechend, beziehungsweise: Nacktes Gestalten, Blendendes Gestalten und Entsprechendes Gestalten. Er geht davon aus, daß uns Menschen nur drei Möglichkeiten gegeben sind, mit dem Gewordenen umzugehen. Umgang mit dem Gewordenen, das ist für Lindl Gestaltung. Das bedeutet: Es gibt nur drei Möglichkeiten zu Gestalten. Dieses Gestalten umschließt alle Bereiche menschlichen Produzierens: Kunst, Philosophie, Unternehmensgestaltung, Literatur, Musik, Architektur, Landschaftsgestaltung, Politik etc. etc. Da für Lindl alle menschlichen Äußerungen und Produkte auf diese drei Gestaltungsprinzipien zurückzuführen sind, sind sie trotz ihrer scheinbaren Unvergleichbarkeit vergleichbar. Damit ist diese schillernde, komplexe Welt unserer Wahrnehmung, zwar oberflächlich vielfältig, unter ihren einzigartig-differenten Oberflächen, verbirgt sich jedoch eine sie organisierende Dreifalt dynamischer Kategorien. Vielfalt der Anwendung Daraus ergibt sich ein Spektrum an Anwendungen und Einsetzbarkeit der Gestaltungstheorie Stefan Lindls: Etienne Tilleul über Stefan Lindls Trilogie “Gestalten des Gestaltens", Dezember 2008. zurück Dr. phil. Stefan Lindl, Hauptstraße 98, D-85579 Neubiberg |
|